Christliche Ansichten zur gleichgeschlechtlichen Ehe

Die Gesellschaft heutzutage hat sich im Vergleich zur Vergangenheit maßgeblich verändert. Während viele gesellschaftlichen Formen früher noch unvorstellbar waren, ist vieles heute nahezu fester Bestandteil zahlreicher Kulturen.

Das Thema rund um Homosexualität gehört zu einem der sensibelsten Themen der Geschichte und hat im Laufe der Zeit für viel Gesprächsstoff und Aufmerksamkeit gesorgt. Früher als Fehler und Tadel verschmäht, ist es heute nicht zu leugnen, dass Homosexualität ein fester Bestandteil einer modernen Gesellschaft ist.

Heute sind wir inzwischen in vielen Teilen der Welt so weit, dass wir gleichgeschlechtliche Liebe akzeptieren und es nicht mehr etwas verstößliches darstellt. Dies ist natürlich nicht in allen Ecken des Globus der Fall.

Des Weiteren hat die weltweite Gemeinde der Homosexualität in den letzten Jahren gravierende Fortschritte hinsichtlich rechtlicher Gleichstellung erreicht, was mit sehr viel Mühe und Einsatz umgesetzt wurde. So ist es in vielen Ländern inzwischen möglich eine gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft einzugehen, die homosexuellen Paaren wie einem heterosexuellen Ehepaar, die gleichen Rechte einräumt. In vielen Ländern wird jedoch nach wie vor zwischen richtigen Trauungen und alternativen Segnungshandlungen unterschieden.

Trotz unserer modernen Gesellschaft spielt in fast allen Ländern der Welt die Religion eine wichtige Rolle im alltäglichen Leben der Menschen. Die westlichen Länder, aber nicht nur diese, sind vor allem durch das Christentum geprägt. Auch hier wird zwischen vielen unterschiedlichen christlichen Religionen unterschieden, die mal mehr und mal weniger strikt und streng mit dem Thema Homosexualität umgehen. So stellt trotz des enormen gesellschaftlichen Fortschritts, Homosexualität nach wie vor aus religiöser Sicht, ein kontroverses Thema dar und nur eine Minderheit von christlichen Glaubensgemeinschaften führen kirchliche Segnungen zwischen gleichen Geschlechtern durch.

Die römisch-katholische Kirche setzt sich zum Beispiel nach wie vor gegen eine rechtliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare ein. Jedoch differenziert sich die römisch-katholische Ansichtsweise diesbezüglich in den verschiedenen Regionen und auch verschiedenen Unterteilungen der Glaubensrichtung voneinander. In der Schweiz, im Kanton Basel, wird zum Beispiel öffentlich die Eheschließung von homosexuellen Paaren gefördert. So wurden im Jahre 2004 sogar mit einer Kampagne und Flyern konkret auf das Thema hingewiesen. Bis heute jedoch gibt es von der römisch-katholischen Kirche offiziell keine einheitliche Meinung zur homosexuellen Eheschließung, trotz der Bemühungen des Zentralkomitee der deutschen Katholiken in 2015 einen einstimmigen Beschluss zur gleichgeschlechtlichen Ehe zu erwirken.

Die evangelische Kirche hingegen gab 2001 öffentlich bekannt, dass man einer gleichgeschlechtlichen Eheschließung in einer gottesdienstlichen Handlung nicht zustimme. Hingegen ist jedoch bei einer Reihe an evangelischen Kirchen, die öffentliche Segnung des Paares möglich. Dies ist jedoch nicht mit der echten Trauung zu verwechseln.

Die Anglikanische Kirche ist hinsichtlich dieses Themas ebenfalls unentschlossen, so ist es in den westlichen Industriestaaten möglich sich segnen zu lassen, was in christlichen Ländern mit der anglikanischen Glaubensrichtung wie zum Beispiel in Afrika jedoch oft nicht der Fall ist.

Ferner muss man sagen, dass das Christentum nicht alleine steht mit seiner Unentschlossenheit zur gottesdienstlichen Trauung gleichgeschlechtlicher Paare. Auch im Judentum, im Islam oder Buddhismus wurden Segnungen erteilt, jedoch kein Beschluss zu einem allgemeinen Dogma veröffentlicht.

So unterscheiden sich die Ansichten nicht nur von Religion zu Religion, sondern auch innerhalb der christlichen Gemeinde. Für homosexuelle Paare ist es somit notwendig sich mit den Ansichten der einzelnen Kirchen, ja sogar des einzelnen Pfarrers, auseinanderzusetzen, sofern der Wunsch nach einer kirchlichen Trauung besteht. Jedoch lässt sich aufgrund der aktuellen Entwicklungen hinsichtlich dieses Themas ableiten, dass es sich die Kirchen auf Dauer nicht leisten können, wage mit dem Thema umzugehen und es auf kurze oder lange Sicht zu einer allgemeinen Haltung kommen wird.